11. Juli 2026 bis 23. August 2026
manipulated fragments von Julia Horstmann ist die sechste und letzte Ausstellung in der Reihe for fear of continuity problems, die sich in einem Teilbereich der GAK sowie den Posterrahmen im Außenraum mit Erinnerung und Gedächtnis auseinandersetzt.In ihren Arbeiten hinterfragt Julia Horstmann, welche sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen oder auch Utopien in Architekturen mit entworfen werden. Ein Material, eine Blickachse oder die zunächst abstrakt erscheinenden Linien einer architektonischen Zeichnung erzählen dabei viel von den zugrunde liegenden gesellschaftlichen Überzeugungen oder Direktiven, die sich in Räumen abbilden. Sie haben konkrete Auswirkungen auf das Leben, das in ihnen stattfindet, ihre Herleitung oder Entwicklung jedoch bleiben oftmals unsichtbar. Gleichzeitig hat die Gestaltung von Raum unmittelbare Auswirkungen nach außen, auf gesellschaftliche Rollen, auf Ein- und Ausschlüsse ebenso wie auf Ängste.
Für die Posterrahmen bringt Horstmann in Zeichnungen und Collagen Psychiatriegrundrisse der letzten 300 Jahre zusammen, in denen wandelnde Konzepte von Überwachung, Behandlung und Präsentation aufeinandertreffen. Die als Linien und Öffnungen sichtbaren Wände verhandeln Grenzbereiche von Rückzug und Ausschluss und die Kontrolle von Kontaktzonen. Das Spannungsfeld innerhalb dieser realen Räume erweitert sich heutzutage zunehmend auch auf imaginäre Räume und den Kontakt mit KI.
Im Innenraum der GAK entwickelt sie ebenfalls ausgehend von Grundrissen ein Szenario zwischen historischer und gegenwärtiger Orientierung, Erinnerung und Vergessen. Ausgangspunkt ist der Gedächtnispalast, eine Methode der Erinnerung, bei der die zu erinnernden Inhalte mit Räumen und sich darin befindenden Objekten verknüpft werden, die anschließend zur Vergegenwärtigung gedanklich durchschritten werden können. Im englischen heißt die Methode „memory theatre.“ Diesen Bezug zum Theater, zum Spielen und Aktualisieren, der sich in jeder neuen Beschäftigung potenziell ereignen kann, greift Horstmann auf, um alte Verknüpfungen zu hinterfragen und neue vorzuschlagen.